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Otto Hahn Gymnasium Bergisch-Gladbach - Leistungskurs Musik

Erster Eindruck von Musik
und Film

Als am Anfang die Briefe der Holocaustopfer vorgelesen wurden, war ich natürlich zum einen sehr berührt, ich habe mich aber vor allem über die Unterschiede im Inhalt gewundert: Ein 14 jähriger schreibt zum Beispiel, dass er keine Angst hat und dass er für die Freiheit und für die Gerechtigkeit stirbt. Kurz darauf wird ein Brief von einem anderen 14 jährigen vorgelesen, in dem der Junge die Angst, die er hat, ausdrückt.

Ich muss gestehen, dass ich beim zweiten Teil des Films nicht mehr an diese eher „positiv“ formulierten Briefe gedacht habe. Deshalb hat mir auch in dem Moment die „Hoffnung“, in der Musik und auch in den Bildern, nicht gefehlt. Wahrscheinlich liegt das daran, dass das Thema (Holocaust, KZ, 2. Weltkrieg...) an sich meines Erachtens keine guten, positiven Gedanken zulässt.

Ich hatte das Gefühl, dass die Bilder und Filmsequenzen sehr gut zu der Musik passten und auch notwendig sind, um die Musik und die Ideen des Komponisten zu verstehen. Vor allem, weil der Text der Lieder nicht verständlich ist.

Dadurch, dass die Musik so exzeptionell und eher ungewohnt ist, kann man meiner Meinung nach nicht sagen, dass sie im Zusammenhang mit den Bildern in den Hintergrund gerät und nur als Begleitmusik zu den Bildern aufgenommen wird. Sicherlich wirkt sie ebenso durchdringend wie die Fotos und Filme. Zum Teil hatte ich sogar das Gefühl, erdrückt zu werden von dem, was da auf einmal auf einen einwirkt, aber ich denke, das ist im Prinzip auch die Intention des Filmes. Er soll schockieren, wachrütteln, einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen...

Meike Hensen

Der Film schafft bereits zu Beginn, durch das Vorlesen der Briefe eine traurige Stimmung, die durch den Hall in der Stimme des Lektors verstärkt wird. Im weiteren Verlauf des Films dient das Werk "Il canto sospeso" von Luigi Nono zur Verdeutlichung der Gefühle, die durch die gezeigten Bilder hervorgerufen werden. Als Vertonung der Briefe kann das Werk meiner Meinung nach nicht so gut dienen, wie als Verdeutlichung der gezeigten Bilder. Das alleinige Werk ist, wie ich finde, nur schwerlich den Briefen zuzuordnen, da der Film direkt die Bilder dazu liefert. Zu beurteilen, ob man eine Verbindung zwischen den Briefen und dem Werk Nonos erkennen kann, fällt wahrscheinlich leichter beim alleinigen Hören des Werkes ohne die gezeigten Bilder.

Matthias Theunissen

Die Musik und das Filmmaterial harmonieren miteinander, besser gesagt, sie verbreiten in gleicher Weise Grauen und Angst. Der Film nimmt eine vordergründige Rolle an, die Musik scheint die Filmsequenzen eher zu verstärken als beim Betrachter einen separaten Eindruck hervor zurufen. Die Musik bildet einen Rahmen um die Filmsequenzen, verziert diese, hat aber gleichwohl einen hohen Anteil am Gesamteindruck, wenn dies auch nur unterschwellig wahrgenommen wird. Die disharmonischen Strukturen der Musik erwecken im Hörer kaltes Grauen. Müsste der Hörer zu dieser Musik passende Filmsequenzen nehmen, hätte er sicherlich diese Kriegs- und Zerstörungs- Szenarien gewählt.

Zwischen Musik und den vorgelesenen Briefen lassen sich, da das Hauptmotiv derselbigen die Hoffnung ist, nur schwerlich Parallelen ziehen, zu fremd, kalt und grausam wirkt die Musik, scheint vielmehr ein Symbol von Hoffnungs- und Ausweglosigkeit sowie totaler Verzweiflung zu sein

Friedrich Goecke

Meiner Meinung nach ist der Film sehr gelungen. Er verdeutlicht sehr die unmenschlichen Taten im Dritten Reich. Die Bilder werden grandios durch die Musik von Luigi Nono unterstützt.

Jedoch finde ich, dass der Bezug auf die 10 Briefe der durch die von der Wehrmacht und der SS zum Tode Verurteilten, etwas verloren geht. Der Film bezieht sich auf die gesamte „Todesmaschinerie“ der Nationalsozialisten. Durch die betroffene Musik von Nono wird den Bildern mehr Tragik verliehen, was im Zusammenhang (Bild und Ton) sehr passend ist, doch stelle ich es mir schwer vor, die Musik „einfach“ nur zu hören.

Dieses Stück von Nono stellt sich nicht in den Vordergrund, es passt sich Bildern und Augenblicken an. Es drängelt sich nicht in den Vordergrund, sondern gilt zur Verstärkung, und genau das ist es, was mir Probleme beim „einfachen“ Hören der Musik machen würde.

Roman Willweber

Die Briefe, welche zu Beginn des Films vorgelesen wurden, waren zum einen von KZ-Häftlingen, zum anderen von Widerstandskämpfern. Diese schrieben meist, dass sie mit Hoffnung auf Freiheit sterben würden und keine Angst vor dem Tod hätten. So muss meiner Meinung nach in der Musik sowie im Bild- Fotomaterial jeder dieser Aspekte berücksichtigt werden. Da der größte Teil der Briefe von Widerstandskämpfern war, muss auch der größte Teil der Fotos und des Bildmaterials diese Gedanken widerspiegeln. Den Aspekt der Freiheit und der Hoffnung konnte ich jedoch in der Musik nicht wieder finden.

Es wurden einige Fotos von Wüste, Himmel… gezeigt, jedoch war meiner Meinung nach auch hier der Freiheitsaspekt zu wenig berücksichtigt. Durch das Bild- und Filmmaterial wurde von der Musik abgelenkt.

Die Musik empfand ich zum Teil als sehr ungeordnet. Ich erinnere mich besonders an Passagen, bei welchen ein Bläser einen Ton spielte und schließlich andere Bläser einsetzten, hierbei wirkten die Töne der einzelnen Instrumente zusammen jedoch disharmonisch. So assoziierte ich dies an den Moment im Orchester, wenn gestimmt wird.

Der Gesang wirkte, als passten die einzelnen Stimmen nicht zusammen. Außerdem wirkten der Gesang und das vom Orchester Gespielte äußerst disharmonisch.

Katrin Müller

Durch den Einblick in Einzelschicksale des Massenvernichtungswahns der Deutschen zur Zeit des zweiten Weltkrieges wirken allein die dargestellten Bilder sehr einnehmend.

Die zu den Briefen ergänzte Musik Nonos‘ verbirgt diese zwischen Mitteilung und Ausgrenzung derer, die ihre Gedanken in Worte gefasst haben. Die Arrangierung der Musik mit Wechsel zwischen Instrumenten im Vordergrund und Überhand gewinnendem Chor klingt ungewohnt, weckt Misstrauen, verbirgt aber die spannungsreichen Situationen und Gefühle, der zum Teil von den Nationalsozialisten unter Führung Hitlers zum Tode verurteilten. Die Arrangierung der Instrumentenwechsel entfaltet verzweifelte Hilfeschreie aus der gejagten Menge.

Das „Neue“ der Musik erläutert das „Neue“ Zeitalter der Nationalsozialisten.

Nono versucht auf die einzig gänzlich internationale Kommunikation einen Einblick zu verschaffen und seine Interpretation von zehn Schicksalen mitzuteilen.

Aaron Bongers

Der Film beginnt mit den letzten Briefen zum Tode Verurteilter aus dem europäischen Widerstand, Briefe in denen die letzten Wünsche, Grüße und Zeilen an die Familien geschrieben werden. Das sind Zeilen, die einen erschüttern und entsetzen. Das war die letzte Tat der Häftlinge, danach wurden sie hingerichtet.

Der Film beginnt und das Orchester fängt an zu spielen. Ein Klang ertönt, den man nicht jeden Tag hört und am Anfang ist es sehr schwer, sich an diese Töne zu gewöhnen, auch mit der Zeit fühlt man sich noch nicht mit der Musik verbunden. Der Chor setzt ein und es erklingen Laute, welche man keinem Text zu ordnen kann. Es liegt nichts Warmes oder Angenehmes in der Luft. Während das Orchester und der Chor auftreten, werden dem Zuschauer Bilder aus dem 2. Weltkrieg, aus Konzentrationslagern, von Arbeitern und Gemälde von Künstlern vorgeführt. Die Grausamkeit der damaligen Zeit wird dem Zuschauer nicht vorenthalten. Bilder von Häftlingen, Verurteilten, Gequälten oder Toten erscheinen. Im Hintergrund spielt die Musik, welche wiederum die Grausamkeiten und das Leid der Menschen unterstreicht. Eine eiskalte Stimmung ist zu spüren, ein eiskalter Schauer läuft einem den Rücken herunter. Was man da sieht, ist die reale Vergangenheit.

An einer Stelle erscheinen für einen ganz kurzen Augenblick freundliche Bilder. Sie sind in Farbe und zeigen vier kleine Jungens, die sich alle in den Armen halten. Ein Moment der Hoffnung tritt auf. Doch meiner Meinung nach gibt die Musik diesen Augenblick nicht wieder.

Wenn man diese Musik und diese Bilder gesehen hat, bin ich einfach nur froh und dankbar, dass ich das nicht miterleben musste. Doch der Film macht einen auch nachdenklich und er soll vielleicht eine Aufforderung sein, dass man gegen Krieg, Leid und Ungerechtigkeit was tun soll, damit diese Bilder Vergangenheit bleiben.

Christiana von Dewitz




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